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Crossing the Cemetery:
Über den Zusammenhang von Trauer und Freude

In seinem Buch "Wie's weitergeht, wenn nichts mehr geht", schreibt der Psychologe Jens Baum im Abschnitt "Lebenshilfen" auch einige Hinweise über Trauer und Abschied, hierbei natürlich insbesondere auch über den Abschied von verstorbenen Personen. Auf Seite 216 heißt es dort:

Die Lösung kann nur darin bestehen, von der Trauer nicht abzulenken, sondern sie in das Leben zu integrieren. Sie wird dann die Macht nach und nach verlieren.

Dies mag noch ein durchaus weitverbreiteter Gedanke sein. Interessanter waren daher für mich auch die Überlegungen des Autors über die Polarität der Trauer. Er schreibt:

Die Trauer ist die andere Seite der Freude und umgekehrt.

Und weiter:

Es hat vielen Menschen ... geholfen, sich klar zu machen, für was die Trauer steht. Das mag vielleicht die Dankbarkeit für glückliche gemeinsame Jahre sein. Beim Abschied mag dies die Freude über die schöne gemeinsame Zeit sein.

Für mich war dies ein ganz anderer Ansatz, Gefühle der Trauer zu begreifen und gedanklich neu einzuordnen. Tatsächlich: tiefe Trauer konnte nur derjenige empfinden, der eine große Freude zuvor verspürt und genossen hatte. Liegt es nicht nahe, den tiefsten Schmerz auch zugleich als Zeichen und Maßstab aufzufassen, wie sehr wir den oder die Verstorbene einstmals gemocht oder geliebt haben ... ?